Lange hab ich auf meinen Borekas gekaut um heute mein anvisiertes Ziel, hier heute was mehr oder weniger Sinnvolles reinzuschreiben, bestmöglichst hinauszuzögern. Eigentlich sollte ich um diese Zeit am Strand liegen und mein Bier durchtränkten Körper die Ruhe gönnen, die er nicht verdient hat. Aber zum Glück hatte ich ja eine Ausrede nicht früh aufstehen zu müssen, ich muss ja was schreiben. Verdonnert von der Heimat. Ein Lebenszeichen oder sowas…mmh.
Najut. Hier bin ich. Sitz hier im Wohnzimmer unserer mittlerweile auf 5 Menschen reduzierten WG, umgeben von selbstgebastelten Schland-Flaggen und selbstgemalten DFB-Trikots. Die Leute hier sind mindestens genauso Fußballbekloppt wie wir. Dabei ist ihr Land nicht mal vertreten. Das wird auch noch eine Weile so bleiben…Warum wird uns fast täglich nach ein paar Minuten auf unserm Bolzplatz klar. Wird doch mehr gequatscht und diskutiert, als dass mal die Murmel bewegt wird. “Germanim po” – heißt es dann, bei unserer (meist Lennart und meiner) Ankunft. Wir sind hier schon sowas wie eine kleine Berühmtheit in unserm Vorstadtkaff Ramat HaSharon. Da die sich unsere Namen nicht merken können, sind wir einfach Schweinsteiger und Lahm…auch mal Arschawin (aufgrund meiner Haarpracht wohl), auf jeden Fall sind Deutsche Spieler in aller Munde. So natürlich auch nach dem großartigen zweiten Auftritt unserer Mannschaft. “Gomez, what a joke?!” hieß es da. Recht hatter…
Der Mensch an der Jordanischen Grenze vor ein paar Wochen händigte mir erst wieder meinen Pass aus, nachdem ich ihm versichern musste, wie irre toll auch ich Matthias Sammer finde. Irre Überleitung…
Wir waren in Jordanien. Der Spaß ist mittlerweile auch schon wieder ein paar Wochen her. Nachts um 5 ging´s los, weil ja noch Lena geguckt werden musste. Weil wir ein bisschen spät waren, gab es keine Sitzplätze mehr im Bus. Aber kein Problem, hier man legt sich einfach in den Gang. Da sagt keiner was. Die südliche Grenze bei Aquaba zu Jordanien errinerte ein bisschen an eine Westernstadt. Grasbüschel winden sich über die Straße usw. …Wir 6 waren auch die einzigen Gestalten dort. Jordanien ist nicht gerade beliebtes Reiseziel der Israelis. Aber im Gegensatz zu den anderen Nachbarländern Syrien oder auch Libanon auch mit israelischem Pass einfach erreichbar. Aber arabische Länder werden von vielen gemieden. Eher geht es in die Staaten oder Europa, Indien ist auch beliebtes Reiseziel. Die Nachbarländer bleiben eher unerforschtes Terrain. Aber natürlich nicht für uns. Wäre ja auch schon blöd, sich solche Länder nicht anzuschauen.
Vier Tage verbrachten wir in Jordanien. So gut es in der kurzen Zeit ging, erkundeten wir das Land von Süden her durch die Wüste, über Petra und wejter in Richtung Norden bis in die Hauptstadt Amman. (siehe fromschöne Grafik)
Dadurch, dass schon ein paar andere Volo´s da waren, hatte wir auch eine Adresse, wo es anfangs hingehen sollte. Es sollte ein kleines Wüstencamp sein, von dem aus wir ein bisschen die Wüste erkunden sollten. Leider waren wir die einzigen Gäste vor Ort. Aber die Jeeptour durh die Wüste entschädigte so für einiges



Den Weg nach Petra konnte wir relativ günstig gestalten. Der Besitzer von diesem Camp bot uns an uns mit seinem Jeep gleich mitzunehmen, wobei wir in den Genuss kamen hinten auf der Ladefläche Platz nehmen zu dürfen.
Der Nächste Tag gehörte Petra. Die stolzen 40 Euro Eintritt sollten nicht davon abalten, sich das mal anzugucken. War es doch noch beeindruckender als ich es mirvorgestellt hatte. Mit ungenügend Wasser ausgestattet machten wir uns dann auf den Weg und erkundeten die in den Fels gehaunene Stadt…
Jordanien ist ein ziemlich teures Pflaster ist. Drum war es auch der richtige Schritt weiter in die Hauptstadt Amman zu fahren. Der Bus für die rund 200 Wüstenkilometer war mit 4 Euro relativ billig. Die erste Zereißprobe war “Taxifahrt zum Hostel”. Der Fahrer wollte uns zu allen Hotels in Amman bringen, bloß nicht zu unserem. Angebot um Angebot wurde unterbreitet, so getan als ob man unser Hotel nicht kannte… Aber letzendlich schafften wir es dann doch noch zu unserem aniviisertem Hostel, wo wir auf dem Dach nächtigten durften, was auch die Reisekasse schonte.
So verbrachten wir noch 1-2 Tage in Amman und stellten Fest, dass der Humus dort besser schmeckt als im heimischen Israel. Wobei ich, wenn ich gefragt worden wäre, wo ich herkomme, sicherlich nicht Israel gesagt hätte. War doch die Sache mit der Gaza-Flotille gerade erst geschehen. Aber man hatte keine Angst, die Menschen waren super freundlich. Man mag uns Deutsche. Und wir mochten Amman. Nach ausführlicher Stadterkundung ging es für uns Jungens noch in ein Hamahm. So ein türkisches Bad in mit Saunen, Abschrubben und Massagen von bärtigen, großen Männern. Die Mädels durften nicht rein. Eine reine Männerwelt da drin. War auch mal schön








Der Weg zurück verlief weniger beschwerlich, als ich erwartet hatte. Nur ein wenig Geduld musste man mitbringen. Muss man doch nach dem man den Jordanischen Grenzteil passiert hat, erstmal auf einen “Shuttle”Bus warten, der einen auf die israelische Seite bringt. Zu Fuß ist die Grenze nicht passierbar. Im Niemandsland aus Wüste und Stacheldraht mussten wir nochmals austeigen, der Bus wurde kontrolliert, nochmals unsere Personalien etc. Aber das war eigentlich das einzig ungewöhnliche. So gelangten wir über Ost-Jerusalem, wieder nach Tel-Aviv und von da aus in unser schönes Vorortkaff.
Doch es blieb wenig Zeit zum Durchatmen. Es galt noch einen Abschied zu feiern. Wie ich erwähnte sind wir ja bloß noch zu fünft in der WG. Unser aller Lieblingsbolle (Annika) hat den Weg zurück nach Rock ´n Roll Vorpommern angetreten.
So kamen nochmal alle Volo´s zusammen, verbrachten einen Tag im “Freizeitpark” mit anschließender Grillerei, was angesichts der Fleischarmut hier drüben, ein echtes Fest war. Alles auf Betriebskosten versteht sich. Abends gab es noch mal ein Konzert von einem unserer Mitarbeiter.
Doch die Gedanken, dass es auch für mich die Zeit hier bald zu Ende sein wird, wurde schnell von der Vorfreude auf die WM verdrängt. Fußball 24/7. Die Autisten werden für das Deutsche Team begeistert. Denn natürlich bleibt auch auf Arbeit kein Spiel ungesehen.
An dieser Stelle wünsch ich allen schonmal ein schönen Sommer ![]()
Habt Spaß..
Der Matze.



























































































































































