“Fünfwürstchengriff”

20 06 2010

Lange hab ich auf meinen Borekas gekaut um heute mein anvisiertes Ziel, hier heute was mehr oder weniger Sinnvolles reinzuschreiben, bestmöglichst hinauszuzögern. Eigentlich sollte ich um diese Zeit am  Strand liegen und mein Bier durchtränkten Körper die Ruhe gönnen, die er nicht verdient hat. Aber zum Glück hatte ich ja eine Ausrede nicht früh aufstehen zu müssen, ich muss ja was schreiben. Verdonnert von der Heimat. Ein Lebenszeichen oder sowas…mmh.

Najut. Hier bin ich. Sitz hier im Wohnzimmer unserer mittlerweile auf 5 Menschen reduzierten WG, umgeben von selbstgebastelten Schland-Flaggen und selbstgemalten DFB-Trikots. Die Leute hier sind mindestens genauso Fußballbekloppt wie wir.  Dabei ist ihr Land nicht mal vertreten. Das wird auch noch eine Weile so bleiben…Warum wird uns fast täglich nach ein paar Minuten auf unserm Bolzplatz klar. Wird doch mehr gequatscht und diskutiert, als dass mal die Murmel bewegt wird. “Germanim po” – heißt es dann, bei unserer (meist Lennart und meiner) Ankunft. Wir sind hier schon sowas wie eine kleine Berühmtheit in unserm Vorstadtkaff Ramat HaSharon. Da die sich unsere Namen nicht merken können, sind wir einfach Schweinsteiger und Lahm…auch mal Arschawin (aufgrund meiner Haarpracht wohl), auf jeden Fall sind Deutsche Spieler in aller Munde. So natürlich auch nach dem großartigen zweiten Auftritt unserer Mannschaft. “Gomez, what a joke?!” hieß es da. Recht hatter…

Der Mensch an der Jordanischen Grenze vor ein paar Wochen händigte mir erst wieder meinen Pass aus, nachdem ich ihm versichern musste, wie irre toll auch ich Matthias Sammer finde. Irre Überleitung…

Wir waren in Jordanien. Der Spaß ist mittlerweile auch schon wieder ein paar Wochen her. Nachts um 5 ging´s los, weil ja noch Lena geguckt werden musste. Weil wir ein bisschen spät waren, gab es keine Sitzplätze mehr im Bus. Aber kein Problem, hier man legt sich einfach in den Gang.  Da sagt keiner was. Die südliche Grenze bei Aquaba zu Jordanien errinerte ein bisschen an eine Westernstadt. Grasbüschel winden sich über die Straße usw. …Wir 6 waren auch die einzigen Gestalten dort. Jordanien ist nicht gerade beliebtes Reiseziel der Israelis. Aber im Gegensatz zu den anderen Nachbarländern Syrien oder auch Libanon auch mit israelischem Pass einfach erreichbar. Aber arabische Länder werden von vielen gemieden. Eher geht es in die Staaten oder Europa, Indien ist auch beliebtes Reiseziel. Die Nachbarländer bleiben eher unerforschtes Terrain. Aber natürlich nicht für uns. Wäre ja auch schon blöd, sich solche Länder nicht anzuschauen.

Vier Tage verbrachten wir in Jordanien. So gut es in der kurzen Zeit ging, erkundeten wir das Land von Süden her durch die Wüste, über Petra und wejter in Richtung Norden bis in die Hauptstadt Amman.  (siehe fromschöne Grafik)

Dadurch, dass schon ein paar andere Volo´s da waren, hatte wir auch eine Adresse, wo es anfangs hingehen sollte. Es sollte ein kleines Wüstencamp sein, von dem aus wir ein bisschen die Wüste erkunden sollten. Leider waren wir die einzigen Gäste vor Ort. Aber die Jeeptour durh die Wüste entschädigte so für einiges ;-)











Den Weg nach Petra konnte wir relativ günstig gestalten. Der Besitzer von diesem Camp bot uns an uns mit seinem Jeep gleich mitzunehmen, wobei wir in den Genuss kamen hinten auf der Ladefläche Platz nehmen zu dürfen.

Der Nächste Tag gehörte Petra. Die stolzen 40 Euro  Eintritt sollten nicht davon abalten, sich das mal anzugucken. War es doch noch beeindruckender als ich es mirvorgestellt hatte. Mit ungenügend Wasser ausgestattet machten wir uns dann auf den Weg und erkundeten die in den Fels gehaunene Stadt…









Jordanien ist ein ziemlich teures Pflaster ist. Drum war es auch der richtige Schritt weiter in die Hauptstadt Amman zu fahren. Der Bus für die rund 200 Wüstenkilometer war mit 4 Euro relativ billig. Die erste  Zereißprobe war “Taxifahrt zum Hostel”. Der Fahrer wollte uns zu allen Hotels in Amman bringen, bloß nicht zu unserem. Angebot um Angebot wurde unterbreitet, so getan als ob man unser Hotel nicht kannte…  Aber letzendlich schafften wir es dann doch noch zu unserem aniviisertem Hostel, wo wir auf dem Dach nächtigten durften, was auch die Reisekasse schonte.

So verbrachten wir noch 1-2 Tage in Amman und stellten Fest, dass der Humus dort besser schmeckt als im heimischen Israel. Wobei ich, wenn ich gefragt worden wäre, wo ich herkomme, sicherlich nicht Israel gesagt hätte. War doch die Sache mit der Gaza-Flotille gerade erst geschehen. Aber man hatte keine Angst, die Menschen waren super freundlich. Man mag uns Deutsche. Und wir mochten Amman. Nach ausführlicher Stadterkundung ging es für uns Jungens noch in ein Hamahm. So ein türkisches Bad in mit Saunen, Abschrubben und Massagen von bärtigen, großen Männern. Die Mädels durften nicht rein. Eine reine Männerwelt da drin. War auch mal schön ;-)









Der Weg zurück verlief weniger beschwerlich, als ich erwartet hatte. Nur ein wenig Geduld musste man mitbringen. Muss man doch nach dem man den Jordanischen Grenzteil passiert hat, erstmal auf einen “Shuttle”Bus warten,  der einen auf die israelische Seite bringt. Zu Fuß ist die Grenze nicht passierbar. Im Niemandsland aus Wüste und Stacheldraht mussten wir nochmals austeigen, der Bus wurde kontrolliert, nochmals unsere Personalien etc. Aber das war eigentlich das einzig ungewöhnliche. So gelangten wir über Ost-Jerusalem, wieder nach Tel-Aviv und von da aus in unser schönes Vorortkaff.

Doch es blieb wenig Zeit zum Durchatmen. Es galt noch einen Abschied zu feiern. Wie ich erwähnte sind wir ja bloß noch zu fünft in der WG. Unser aller Lieblingsbolle (Annika) hat den Weg zurück nach Rock ´n Roll Vorpommern angetreten. :-(

So kamen nochmal alle Volo´s zusammen, verbrachten einen Tag im “Freizeitpark” mit anschließender Grillerei, was angesichts der Fleischarmut hier drüben, ein echtes Fest war. Alles auf Betriebskosten versteht sich. Abends gab es noch mal ein Konzert von einem unserer Mitarbeiter.





Doch die Gedanken, dass es auch für mich die Zeit hier bald zu Ende sein wird, wurde schnell von der Vorfreude auf die WM  verdrängt. Fußball 24/7. Die Autisten werden für das Deutsche Team begeistert. Denn natürlich bleibt auch auf Arbeit kein Spiel ungesehen.

An dieser Stelle wünsch ich allen schonmal ein schönen Sommer ;-)
Habt Spaß..

Der Matze.





“Weil die Zeit sich so beeilt”

4 05 2010

Shabat Shalom,

Es schleift ein bisschen mit dem Blog. Irgendwie wird man in diesem Land noch fauler und träger als man sowieso schon war. Dinge werden noch lieber verschoben. Kann man ja auch alles morgen machen. Oder auch garnicht…
Gestern war glaube auch der erste Arbeitstag seit langem. Endete leider damit, dass ich mich im Krankenhaus wiederfand. Auf Emphelung meiner Arbeitskollegin, hab ich mal vom Baum im Garten genascht gehabt, an denen irgendwelche raupenähnlichen, mir nicht so vertrauten Früchte hingen.  Fand mein Körper tendenziell nicht lustig und reagierte bissel allergisch. Anscheind sah ich dann so scheisse aus, dass paar Minuten später auch schon ein Taxi zum Krankenhaus bereit stand. Etwas wiederwillig machte ich den Spaß dann auch mit.

Die Fahrt zum Krankenhaus war aber sehr heiter. Plauderte ich doch ganz nett mit dem Fahrer. Thema war JomHashoa, der neulich stattgefundene Holocaust Gedenktag. An diesem Tag tuteten hier 11 Uhr Morgens die Sirenen. Wie man mir berichtete nachdem ich mich an diesem Tag aus dem Bett erhob, stand der ganze Verkehr plötzlich still, Leute stiegen für ein paar Minuten  aus den Bussen aus  und hielten inne. Am Abend zuvor, gab es nur “eingeschränktes” Fernsehen. Soll heißen, größtenteils “Deutschsprachige” Filme…Kannte ich aber alle schon.
Entschlossen, dass ich kein taxifahrer werden will, ging ich dann zur Emergency. Sah alles ein bisschen aus wie bei “Scrubs”, bloß nicht so lustig. Wollte auch schnell wieder weg. Im Umkreis von 20m war ich der einzige, der aufrecht gehen konnte. Den Gefallen taten sie mir auch gerne. War mein Anliegen dann doch zu nichtig. Auf Betriebskosten ging es dann mit dem Taxi nach Hause. Ein wiedermal harter Arbeitstag.

Es hat sich irgendwie eine Aufbruchstimmung eingeschlichen. Was vor allem, daran liegt, dass die unsere Mädels aus der WG bald verabschieden werden. Kann mir noch garnicht vorstellen, wie es wird Morgens um 11 nicht wiederwillig geweckt zu werden.
Nunja, verreist man jetzt nochmal ein bisschen zusammen. So geschehen die letzten Tage. Ziel war ein weiteres mal die agyptische Halbinsel Sinai. Diesmal ging es weiter südlich. Auch waren wir ein bisschen mehr als sonst. Zu Acht machen wir uns auf im Richtung (noch mehr) Sonne.


Da es eine Terrorwarnung gab, war diesmal auch irgendwie bisschen weniger los, was das Reisen doch ein bisschen komfortabler machte. Anscheinend auch für unsern Taxifahrer, der nach 5 min Fahrt anhielt, um mit den Grenzpolizisten zu frühstücken. Die Taxifahrer sind eh eine Klassse für sich in dieser Gegend. Durch so eine Art Vetternwirtschaft wird  jede Strecke entlang der Küste unter den Fahrern aufgeteilt. Es gibt praktisch keine Konkurrenz unter den Taxifahrern. Garnicht so blöd..
Auf dem Weg zu unserm ersten Ziel ging es wieder ´ne ganze Weile am Roten Meer entlang. Die Küste ist überseht mit haufenweise HotelRuinen – nicht schön und nicht selten.


Den ersten Tag verbrachten wir im selben Strandcamp, wie beim ersten Sinai-Besuch. Kann man auch kurz mit Sonne und Bier zusammenfasssen.



Uns hielt es dort aber nicht lange, wollte wir ja noch ein bisschen was erleben. Ziel war unter anderem der Gipfel des Mount Sinai. Hier hat Moses irgendwas gemacht. Eigentlich kein Grund, da Nachts hochzustiefeln, um sich den Sonnenaufgang anzugucken. Aber weil ich ja son romantischer Typ bin, war ich natürlich doch dabei. Am Fuße von diesem Berg angekommen musste man sich erstmal einen Guide suchen, ohne einen solchen darf man dort anscheinend nicht hoch. Unser war ein echter Glücksgriff. So hatte er nichtmal eine Taschenlampe. War wohl einer der erfahrenen Guides dort, der jeden Stein und jeden Abgrund, wo man sich irgendwas brechen konnte, kannte. …Aber es gab mehrere Irrtümer. Ich dachte nach etwa einer Stunde, dass wir es gleich geschafft hätten, bis ich dann im Mondlicht den Gipfel sehen konnte.


Im LonelyPlanet stand was von 3h. Nach 4 1/2 waren wir wohl oben. Mein Waden fühlten sich an wie Mitte einer 2. Halbzeit, wenn die Krämpfe kommen und ich eine andere Verletzung vortäuschen muss, um halbwegs ehrenvoll ausgewechselt werden zu können. Aber gelohnt hat sich es natürlich…guck.







Nach dem Abstieg fuhren wir weiter nach Dahab, eine Backpackerhochburg, weiter im Süden, wo wir die restlichen paar Tage verbringen sollten.

Ein Geburtstag wurde noch gefeiert und vielerlei Aktivitäten nachgegangen. Schnorcheln, Quadfahren, Championes League gucken, günstig essen und Bier.



Abseits der Tourimeile am Strand sah Dahab ungefähr so aus.

Neben dieser Mischung aus Ruinen, Müll und Ziegen gesellten sich auch noch andere biarre Anblicke. Inmitten dieser Straßen bewegten sich LKW´s. Aufschrift: “Exportvereinigung Apfel: Obst und Gemüse aus der Steiermark”. Das machte den Anblick dieser unwirklichen Städtchen noch perfekt.

Alles in allem, mal wieder ein gelungener Trip. Man mags kaum glauben aber zur Zeit muss ich doch tatsächlich mal wieder arbeiten, sogar fünf mal die Woche. Nun, nächste Woche komm ich mal wieder nach Berlin – Ärsche versohlen. Und eine Hochzeit gibts ja auch noch zu feiern.

Der nächste Trip ist auch schon geplant. So geht´s Anfang Juni (haben wir wirklich  schon Juni?!) für ein paar Tage nach Jordanien. Spätestens dann dürfte ich mein “Jahresurlaub” nahezu aufgebraucht haben…Aber für ein paar Tage Ägypten gegen Ende meiner Zeit hier wird es noch reichen. Hier sieht man das ja auch nicht so eng, hoff ich. Wenn ich schon mal hier in der Gegend bin, muss man ja auch mal ein bisschen die Pyramiden gucken.

Also. In diesem Sinne.
Lasst es euch gut gehen, ich machs auch.

Bis nächste Woche.
der schreibfaule Matze.





“Urlaub vom Urlaub”

21 03 2010

Wieder sitzt ich in der Nachtschicht. Mein Stinker hab ich gerade ins Bett geschickt, bis 6 Uhr morgen’s wird’s wohl wieder ruhig sein, bis der Geschrei nach “Kaffee”, wieder groß sein wird…
Zeit und Ruhe die Welt einmal mehr ein wenig wissen zu lassen, was wir hier in der letzten Zeit so getrieben haben. Eine ereignissreiche Woche liegt nämlich hinter mir  uuuuund meinen Gästen aus der Heimat. So kamen ja mein dicker Bruder, der Moritz und der Marvin nach Tel-Aviv.
Letzterer durfte erst ins Flugzeug als er die Finke-Brueder incl. Briefverkehr bei Facebook gezeigt hatte…Sah wohl ein wenig verdaechtig aus der Junge. Mit ihm schafften es auch kiloweise Salami, Speck, sowie Kaese und Kaffe(-Maschine) ins gelobte Land, woran meine WG immernoch sichtlich Spaß hat.. :-)

Nach Begruessungsbier am Ankunftstag, ging es am Morgen danach puenktlich um 1300  mit dem Mietauto Richtung Norden. Mein Urlaubsplan, den ich mit hoechster Praezision ausgearbeitet hatte, besagte erstmal 1-2 Tage im Norden rumfahren – Richtung Golan Hoehen. Dort gab es eine mir empholene  Brauerei, die es u.a. zuerreichen galt…

Auf dem Weg dahin namen wir erstmal ein paar Attraktionen langs der Kueste mit. Den Anfang machte  Ceasaria, wie der Namer erahnen lässt, eine alte Römerstadt. Das Aquadukt steht noch…das Amphitheater haben wir irgendwie nicht gefunden…blöd..

Ceasaria

… und über Haifa…

… ging es nach Akko, eine alter Kreuzfahrerstadt…



Die Nacht verbrachten wir am See Genezareth in einem Oertchen namens Tiberias, die  dadurch, dass keine Saison war, ziemlich ausgestorben wirkte. Natuerlich gingen wir trotzdem noch ans Ufer und tranken ein Bier oder zwei. Wesentlich mehr tranken jedoch eine Gruppe nachtbadender Soldaten, die teilweise zivil gekleidet und geschulteter Waffe daherkamen. Anfangs schon ein wenig gruselig, obwohl ich den Anblick von Menschen mit Waffen durchaus gewoehnt sein muesste.

Der folgende Tag begann frueh mit biblischer Historie. So hielten wir mehrmals Richtung Golan Hoehen an und begruendeten es damit, dass Jesus auch schon mal hier war.Was wir dort genau besichtigten, wussten wir dank, atheistischer Erziehung, allerdings nur grob.

Aber das reichte auch. Es galt ja noch die Brauerei zu erreichen, die ein wenig weiter noerdlich in der im Fruehling wunderschoenen Landschaft lag.


So schoen es dort auch war, machten am Rand der Fahrbahn Minenwarnschilder darauf aufmerksam, wo man sich denn befand – im Grenzgebiet zu Syrien. Die Minen, die einst von den Syrern gelegt wurden, lassen die Israelis zu ihrem eigenen Schutz verbuddelt. Ab und an kam uns mal ein Armeefahrzeug entgegen bzw. es stand ein alter Panzer mitten in der Pampa herum, der an vergangene, aus israelischer Sicht siegreiche, Schlachten errinnern sollte.


Auf dem Weg zurueck nach Tel-Aviv machten wir nochmals zum See Genezareth. Bisher hatten wir diesen ja nur im Dunkeln gesehen. Wenn man nicht wuesste, dass es dieser See ist, haette es wohl auch jeder andersbeliebige sein koennen. War es aber nicht, drum gab’s auch Foto’s zu machen…



Fuer jeden von uns wohl mit eines der Highlights der Reise war der Auffenthalt am Toten Meer die zwei Tage darauf. Erstmal an Jerusalem vorbei ging es also Richtung Osten des Landes, wo wir auch die baldnaechste Badestelle ansteuerten…Jeder hatte aufgrund des ungewohnten Vergnuegens sichtlich Spass an der Sache, auch dank des Schlammbades hinterher, was einfach so ekelhaft ist, dass man’s mal gemacht haben muss…




Frueh ging es raus am Nachsten Tag. Nach der Nacht nahe eines Kibutz am Ufer des Toten Meeres ging es auf eine jahrtausendalte Festung. Wofuer die Roemer noch Monate brauchten, schafften wir dank Gondel in 20 sek. Man haette natuerlich auch hochlaufen koennen, aber, naja, ihr wisst schon…


Am selben Tag ging’s weiter nach Jerusalem, wo wir eher zuegig die Stadt erkundeten. Zu diesem Ereignis waren, dann auch der Paddy und der Lennart mit von der Partie.


Der Plan meinen bescheidenen Geburtstag in Tel-Aviv zu feiern scheiterte mangels Organisation schon sehr frueh. Was aber zumindest fuer uns vier Urlauber nicht weiter schlimm war, da es am naechsten Tag, meinen eigentlichen Geburtstag, nach Strandauffenthalt und Fussball, gegen Abend noch eine grossartige Feier in einem netten, kleinen Club gab…. :-)

Am letzten Tag liessen wir es nochmal ruhig angehen…Machten uns auf nach Yaffo, der Altstadt am Rande Tel-Aviv’s und flanierten ein wenig an der Promenade.


Das Abschlussbier in 1-2 Bar’s, inklusiver israelischer Soldatengeschichten, folgte der Abschied von Marvin in der selben Nacht. Am Tag darauf folgten mein Bruder und der Moritz und es wurde wieder ruhig in Beit Shamai. Ein toller, wie auch ein erwartet unkonventioneller, Urlaub liegt hinter uns, mit dem Ergebnis, dass alle Beteiligten eventuell nochmal den Weg ins gelobte Land finden…

“aufgequollen, faul und fett” – es ging uns gut dabei…

es grüßt..
der Matze.





“Elefanten”

21 02 2010

Wie die Zeit rast. Nicht lang ist es her, als ich mir auf der Arbeit noch wie ein Anfaenger vorkam. Nun sitz ich hier, spaet Abends in meinem Haus (in der Einrichtung) und ueberlege, was ich die Nachtschicht wohl so veranstalten werde. Sicherheitshalber ist meine Gitarre dabei.
Die Friends schlafen momentan, bis auf einen, den ich noch ein wenig wachhalte, damit er mir morgen frueh nicht zu auf die Nerven geht.
Bis um 6 Uhr morgens wird hier wohl alles ruhig sein, dann aber werden alle  Haverim auf einmal aufwachen, ab diesem Zeitpunkt hab ich nur eine Waffe: die Israelis nennen es Kaffee.

Ich mace nach einem halben Jahr mal wieder MotorFM an, stell fest, dass sich nichts verändert hat und  lasse ein wenig die letzten Tage Revue passieren…

Der erste Urlaub stand naemlich an. Vier Tage hatten wir vier Voluntaere uns frei genommen. Von jeglicher Planung und Organisation, wie immer fern gehalten, erfuhr ich im Bus, dass es wohl auf die Halbinsel Sinai in Aegypten gehen wuerde.

Mit dem Nachtbus ging es 5h zur Grenze nahe Eilat, dem wohl beliebtesten Urlaubsort der Israelis. Dort stehen jedoch nur haufenweise schicke Hotels, weniger interessant.
Schon an der Grenze wurde einem Bewusst, dass es nun in ein komplett anderes, weil arabisches, Land ging. Als man in meinem Portmonaie Pillen fand, von denen nicht zwangslaufig auszugehen war, dass diese tatsaechlich Medikamente sind, klopfte man mir mit einem unglaeubigen Laecheln auf die Schulter und begruesste mich herzlich mit einem “Have fun in egypt”. Aber auch die restlichen Beamten schienen sichtlich Spass an ihrer Arbeit zu haben, im Gegensatz zu ihren israelischen Kollegen, wobei man sagen muss, dass diese auch tatsächlich arbeiten..

Ein Mann im langen Gewand begruesste uns hinter der Grenze und bot und sogleich ein Taxi an. Kurze 45 min spaeter ging es auch tatsaechlich los. Stilecht mit arabischer Musik in einem aelteren Kleinbus ging es an der Kueste vom Roten Meer Richtung Sueden. Die Landschaft machte einen eher unwirklichen Eindruck…Zwischen Bergen und Meer standen unzaehlige Hotelruinen…Teilweise waren es richtige Geisterstaedte. Dies lag auch daran, dass momentan keine Saison ist, jedoch waren es groesstenteils einfach auch nie fertig gestellte Bauten.
Umso mehr wunderte ich mich, als es wir kurze Zeit spater am Ziel waren. Es war ein Tipp eines Arbeitskollegen. Ohne auszusteigen, wollte ich am liebsten sofort weiterfahren. Es war kein Mensch zu sehen, zu meinem Erstaunen ging ueberhaupt das Einfahrtstor auf.

Alles  glich einer Geisterlandschaft. Es brauchte eine Zeit bis ich die Vorzuege dieses Ortes wahrnahm…spaetestens nachdem ich ein wenig geschlafen hatte, ich aus meiner kleinen karibisch anmutenden Huette rauskroch und nur wenige Schritte zum Meer brauchte war ich von diesem Ort ueberzeugt.

Hier konnte man es sich gut gehen lassen. Noch dazu war das Essen, das Beste was ich seit meinem Heimaturlaub zu mir nehmen konnte.


Nach zwei Tagen rumliegen und Plautze verbrennen wollten wir dann doch ein wenig Abenteuer. (Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass in dieser Gegend von ein paar Jahren Al-Quaida mal recht “aktiv” war…).
Ein uns schnell sehr symphatischer gewordener Taxifahrer stellte sich als ehemaliger Tourguide heraus. Auf der Suche nach Kamelen waren wir bei ihm an der richtigen Adresse. Er lud uns ein auf eine 2-Tages-Tour durch den Sinai…


Mit von der Partie waren neben unserm “Guide”, auch noch zwei andere Beduinen, die im Gegensatz zu ihm, den eher traditionellen Lebensstil der Beduinen pflegten.

So ging es am dritten Tag um 7 Uhr morgens raus. Nach Monaten stand ich somit mal wieder vormittags auf der Matte. Komisch wieviel man an einem Tag tatsaechlich erleben kann…
Nach einiger Fahrtzeit durch die weit und breit einzige Strasse in der Wueste, hielten wir mittem im Nirgendwo. Aus der Ferne sah man jedoch bereits vier Kamele rumstehen…Kurze Zeit spater sollte ich auch schon Platz nehmen…Das Ergebnis sah dann so aus…


Ich haette nie gedacht, dass die Dinger so unterhaltsam sein koennen. Allein die Geraeusche schienen von einer anderen Welt. So errinerten sie mich eher an die Bewohner vom Planeten Naboo. Von dem lustigen Schlabbermaul ganz zu schweigen…und ja, ich hatte vorher noch nie wirklich Kamele  zu Gesicht bekommen…

So ritten wir also los. Anfangs noch an der Leine von unserern Begleitern. Immer mal wieder stiegen wir auch ab um uns Canyons anzuschauen. Diese Rumkletterei konnte man durch aus als Herausforderung fuer mich einstufen. Aber jeder von uns hatte das mit Bravour gemeistert. Somit verdienten wir uns eine Erholung in einer Oase. Dort gab es feinstes Essen und Tee und sowie die naechste exotische Herausforderung: arabische Toiletten bzw. diese lustige Loch im Boden.



Gut gestaerkt ging es dann weiter durch die felsige Wueste. Nach einer weiteren Canyonbesichtiung mit Klettereinlage ging es daran einen Schlafplatz zu finden.


Wir wollten es uns natuerlich nicht nehmen lassen die Nacht unter freiem Himmel in der Wueste zu verbringen.
An diesem Abend gab es Beduinenleben hautnah, u.a. Tee trinken, Holz sammeln, Tee trinken, Feuer machen, Tee trinken, wohlschmeckendes Essen zubereiten, Kamele einfangen, mit ueberdurchscnittlichen guten Taschenlampen spielen und Tee trinken…




Nach einer unerwartet angenehmen Nacht ging es dann am naechsten Morgen mit dem Sonnenaufgang zurueck. Unterwegs verunsicherten wir noch ein wenig die Busladungen russischer Touristen, jedoch wurden wir auch schnell beliebtes Fotomotiv.



Nun, zum Abschied wurden wir noch zum Vater unseres einen Begleiters eingeladen um ein wenig Tee zu trinken. Diese Einladung nahmen wir natuerlich gerne an. Auf zahlreichen bunten Teppichen zwischen zwischen alten Petroliumfaessern und tausenden Fliegen genosssen wir  die Gastfreundschaft in der doch eher notduerftig zusammengehaltenden Huette. Dort  schliefen uebrigens die Frauen, die Maenner hingegen naechtigen hinter einem Steinverschlag ein paar Schritte weiter . Muss ja alles seine Ordnung haben.
Nach einem Abschiedsfoto machten wir uns dann auch auf den Heimweg.


Es war wirklich wie nach Hause zu kommen, als wir die Grenze ueberquerten, auch wenn es bei mir wieder ein wenig gedauert hatte, da ich mal wieder einer ausgibiegeren Kontrolle unterzogen wurde.
Noch kurz zuvor Meter zurueck scherzte man mit den agyptischen Beamten bzw. scherzten die mit einem und 20 Meter weiter warteten hochprofessionelle, wie gelangweilte, Beamte.  Das huebsche Maedel von Schalter 5 mal ausgenommen, die mich nach Begutachtung meines Voluntaersvisa,  in ein nettes Gespraech verwickelte, an dem ich jedoch, nach fast einem halben Jahr Aufenthalt in Israel, eigentlich mit weniger Unkenntnis in hebraischer Sprache haette teilnehmen muessen. Aber das ist ein anderes Thema.
In diesem Moment fiel mir auf, dass wahrend der ganzen Zeit in Aegypten so gut wie keine einzige Frau gesehen habe…

Als man dann wieder den Schawarma in der Hand hielt, die von Beulen ubersaehten israelischen Autos wahrnahm und mal wieder in einem Bus saß, wo mehr Tickets verkauft wurden, als es Sitzplaetze gibt, schlichen sich sogar ein paar heimatliche Gefuehle ein. Man war wieder angekommen.

In diesem Sinne.
Auch euch einen erholsamen Winterurlaub.

Gruss in die Heimat.
der Matze.





“Anders als auf Ansichtskarten”

1 02 2010

Fünf Monate hat es nun gebraucht bis ich mal das Tote Meer zu Gesicht bekommen habe. Angesichts der Dauer meines Aufenthaltes hier an sich nicht so tragisch, nur war es mehr oder weniger mit der erste Ausflug überhaupt bisher, was eigentlich schon ein bisschen … arm ist.

Aber nun gut. Da haben wir uns also letzte Woche aufgemacht. Mit drei verschieden Büssen u.a. über Jerusalem sollten wir gut 3 1/2 Stunden unterwegs sein. Auch ging es diesmal durch ein Stück der Westbank. Neben der hübsch gemachten Straße, fiel der Blick bald schon auf Blechverschläge, die man etwas neben der Straße ausmachen konnte. Drum herum wuselten Menschen mit Ziegen…in mitten von schönen, wie trockenen, Berglandschaften. Kaum eine halbe Stunde von Jerusalem weg, gab es also schon wieder eine komplett andere Landschaft zu sehen. Alles errinerte ein bisschen an eine Mondlandschaft. Das in mitten dieser auch noch Menschen leben, verblüffte mich schon etwas…


Wie man sieht waren wir nicht mit dem besten Wetter gesegnet.  Das Tote Meer und das Drum herum wurde somit seinem Namen durchaus gerecht, was aber auch wiederum sehr  angenehm war. Dies bedeutete: kaum Touristen…

...auf der anderen Seite gibt´s Jordanien

In Ein-Gedi angekommen, ging´s auch gleich ins Meer. Das Wasser war warm, doof nur, dass meine  Plautze keine Chance hatte sich zu verstecken. Der Auftrieb war irgendwie größer als ich angekommen hatte…

…kann man nichts machen
Bild für die Oma´s unter euch…

Bierzeit im kibutzeigenen Zoo…



Bevor es diesen Berg hinauf gehen sollte, führte uns der Hunger noch in ein Kibutz am Hang. Nicht nur, dass so ein Kibutz allein durch den grünen Anstrich hervorragt, auch war das Essen, das Beste was ich bisher hier zu mir genommen hatte.


kleine Abkürzung zum nächsten Ziel…

...der Aufstieg

guck mal



Ich habe mich lange gewundert gehabt, dass man sich in diesem Naturpark so frei bewegen durfte. In Detuschland würden hier sicherlich allerhand Zäune und wichtige Menschen aufpassen, dass man nicht´s Ungewolltes macht…In Israel sieht man das wohl lockerer…dachte ich mir.
Noch nicht wirklich an unserem Ziel angekommen, tauchte plötzlich ein kleines, lustiges Golfcaddy hinter uns auf. Drin saßen Leute mit Pistolen, die sich Ranger nannten. Wir hatten wohl ein paar Stunden zu spät mit dem “Aufstieg” begonnen gehabt. Das hieß, dass wir auf der Mitte des Weges wieder umkehren sollten. Doch es gab ja noch ein Bier zu trinken und so verzögerte sich der geforderte Abstieg solange, bis wir nochmals Besuch vom Golfcaddy bekamen…Die gleichen Leute saßen drin, bloß waren Sie schlechter gelaunt. So bekamen wir noch ein paar belehrende Worte auf den Weg…aber alles halb so wild…



Die Bilder sagen glaub ich genug, sodass ich heute schreibfaul sein darf. Wenn es Fragen oder Anregungen gibt, könnt ihr mir ja eine Nachricht schreiben.
Alles in allem ein sehr beeindruckender Ausflug…Und das war erst der Anfang :-)

Bleibt noch zu sagen, dass ich auf meinem Facebook -Profil eine öffentliche Gallerie eingerichtet habe, wo es noch mehr Bilder zu bestaunen gibt.
Den Link gibt es oben in der Leiste unter…Überraschung…”Gallerie”.

Es grüßt euch wie immer…
Der Matze, der in diesem Land tatsächlich auch so genannt wird.





“Der Titel vom nächsten Kapitel”

18 01 2010

Wenn es draußen regnet und stürmt, wenn die Straßen fluten, wenn es blitzt und donnert und das Licht mal wieder zu flackern beginnt ist man in … Israel.
Der Winter hier ist doch garnicht so langweilig, wie ich dachte. Gestern wollte ich mir eigentlich schon die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und angesichts der Hitze anbaden gehen…Nunja…Heute gibt´s dann doch keine Ausgehpflicht. Drum hab ich Zeit ein bisschen zu schreiben…(Diesmal gibt´s Matze auch wieder mit Bildern..)

Ein Nachtrag…

schwer zu erkennen: Es war Bescherung!

Lennart´s 20. Geburtstag...incl. Mitternachtsturnier. Hier das Verliererfoto...

Ereignissreiche Tage liegen hinter mir. So stand das zweite Seminar an, auf dem ich wieder alle Voluntäre von meiner Organisation versammelt sehen sollte. Auf die Leute freute man sich eher weniger. Mit Vielen kann ich nicht viel anfangen, dabei dachte ich eigentlich vorher, dass Leute die sowas machen, irgendwie alle auf einer Wellenlänge sind. Nunja, nur mit wenigen unterhalte ich mich dort gerne, um es mal vornehm auszudrücken.
Das Programm lies aber viel erwarten. So sollte es um Minderheiten in Israel gehen. Und so fuhren wir einen Tag mit dem Bus durch die bergige Gegend um Haifa im Norden des Landes und “klapperten” Minderheiten ab.

Bei den Vorhaben Dörfer von Drusen, Beduinen und Tscherkassen zu besuchen , erwartete ich irgendwie sowas wie Lehmhuetten und Mittelalter. Nunja, ein wenig naiv…letzlich saßen wir in bonsigen Vorgärten und hörten Vorträge über Geschichte und Kultur der jeweiligen Gruppen, manchmal gab´s eine musikalische Einlage, es wurde Tee und Pita gereicht.


“Nichtmal W-lan” witzelten wir, angesicht´s der Armut, einen Marmorwhirlpool in einem Zimmer mit einem Mahagoni-Bett bauen zu müssen.
Viele nicht nur ich, hatten zuvor  irgendwie andere Vorstellungen. Nichtsdestotrotz war es mehr oder weniger lehrreich…vieles hat man jedoch irgendwie auch schon wieder vergessen. Ich hatte mich darauf gefreut gehabt viel zu sehen…
Um Beduinen zu sehen, die nicht in der Gesellschaft integriert sind und noch wie vor Hunderten von Jahren leben muss dann doch in den Negev fahren…ein Grund mehr.

Wirklich beindruckt hat mich an diesem Tag jedoch unser erstes Ziel. Durch die gebirgige Landschaft in der Nähe von Haifa ging´s in ein Flüchtlingsheim für ca. 30 Darfur-Flüchtlinge. … Nicht nur, dass ich nichtmal wusste, dass Israel derartige Flüchtlinge aufnimmt, zumal der Sudan Israel nicht gerade freundlich gesinnt ist, auch hatte ich noch nie Menschen in die Augen geschaut, den solch ein Leid zu teil wurde, dass  sich kein Mensch ausmalen kann. Es war etwas anderes, als wenn man ein auf ein Brot-für-die Welt-Plakat in Ostkreuz schaut, die mich zugegebender Maßen immer ein bisschen kalt lassen… Durch solche Eindrücke, bekommt man irgendwie eine differenzierte Sicht auf … Alles und man hinterfragt sich vielleicht nun  einmal mehr, über was für Nebensächlichkeiten man sich so oft eigentlich beschwert…so verließen wir das Gebäude recht benommen.

Aber es ging ja gleich weiter und es blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, mehr noch, es sollte sgoar ein lustiger Tag werden, der in einem Club in Haifa enden sollte…leider nur, war ich so schlau, meinem halben Monatslohn mit hinein zu nehmen…
Mitlerweile bin ich mir eigentlich erst richtig bewusst geworden, wie gut es mich hier eigentlich getroffen hat. Ich kann tun und lassen was ich will, hab unglaubliche Freiheiten, habe bisher viele tolle Menschen kennengelernt, wobei hoffentlich noch viele hinzukommen werden…und nebenbei noch eine ziemliche aufregende und verantwortungsvolle Aufgabe auf der Arbeit.
Zum ersten Mal hab ich irgendwie das Gefühl man macht was wirklich Wichtiges, wo man sich selber auch mal auf die Schulter klopfen könnte.

Auch das vergleichsweise sparsame Leben wird mir  sicherlich nicht schaden. Man lernt Kleinigkeiten, wieder mehr zu schätzen. Und irgendwie macht es auch Spaß, nicht zu wissen, was man den Tag über zu Essen bekommt…

Auch die Arbeit lässt mir viele Freiheiten. Es gibt keine wirklichen Richtlinien bzw. kein Handbuch, wie man mit den Friends umzugehen hat. Man findet seinen eigenen Stil. Nicht zu streng, aber auch nicht zu freundlich… Es kommt auf einem selbst an…. Im Gegensatz zum Anfang, wo man aus Unsicherheit vielleicht manchmal einfach zu nett war, ist man jetzt ziemlich selbstbewusst geworden. Auch ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich die tollsten bzw. die  Friends in meinem Haus hab, die die liebenswürdigsten Macken haben. Auch habe ich mit keinem mehr wirkliche Probleme, so dass, es ein enstpanntes, wie größtenteils aufregendes, Arbeiten ist.
Ich freu mich, dass bald Freunde kommen, denen ich die Einrichtung  mal zeigen kann. Es ist nicht wirklich einfach zu beschreiben, was wir hier machen bzw. was das mit einem macht.

Die Tatsache, dass wir hier drüben eine wichtige Aufgabe erfüllen, seh nicht nur ich so…sondern auch die Veranstalter von “Honouring Volunteers in Israel”, welcher wir letzte Woche in Jerusalem beiwohnten. Es war sehr interessant zu sehen, wieviel Menschen aus wieviel Nationen in Israel voluntieren. Wohl um die 120. Neben der verbalen Bepauchpinselung durch verschiedene wichtige Menschen von Ministerien und co., von denen ich die Namen nicht weiß, gab´s auch einiges zu sehen. Unter anderem kleine, lustige Japaner, die trommelten und fähnchen schwenkend auf der Bühne einheimische Lieder zum Besten gaben und gegen Ende noch die israelische Hymne folgen ließen, welche sich nebenbei verdächtig gleich der “Moldau” anhört.
Auch trat an diesem Tag das “Kfar Orchester” auf, die autistische Musikgruppe der Einrichtung, in der ich arbeite. Da war man schon ein bisschen stolz. Weiterhin war der Tag ein erfolgreicher, da mich das Buffett in den Genuss von Käse kommen lies. Zurück ging´s dann wiederum mit den Busladungen voller Deutschen auf die dreistündige Heimfahrt.

Im Moment gibt´s bei mir so eine kleine Aufbruchsstimmung. Meine WG Kollegen Chris und Lennart kamen neulich von ihren Trips durch das Land mit jeder Menge Bilder und Eindrücke zurück.
Umso mehr freu ich mich auf Anfang März, wenn ich bald selber Besuch vom Brüderchen bekomme und wir im Auto das Land erkunden. Es gibt viel zu Sehen…

Also gut. Das war´s erstmal wieder von mir…
Ihr seid mit eurem Schnee übrigens ein beliebtes Thema hier in den Nachrichten. Bei den Bildern haben wir hier so viel Lust auf Snowboarden bekommen, dass wir uns nächste Woche mal zum höchsten Berg hier in der Gegend aufmachen, in der Hoffnung, dass noch Schnee liegt…

Lehitraot.
Der Matze.





“The Flight of the Finch”

1 01 2010

Wie die Zeit vergeht… eineinhalb Monate sind vergangen seitdem ich hier das letze mal was von mir gegeben habe. Zeit mal wieder ein bisschen was zu schreiben…

Selber bin ich noch ziemlich “entzückt” von der tollen Woche, die ich in der Heimat hatte. Wenn man nach immerhin schon fast vier Monaten nach Hause fährt macht man sich schon so seine Gedanken, wie es denn wohl werden wird…vom Neuen ins alte Zuhause zu kommen. Hat sich was verändert? Was hat sich verändert? Hat man sich selber schon verändert…?! Sind die Freunde noch die Selben… Gibt´s zu Hause noch das leckere Essen? Hackepeter Wuahh…natuerlich gibt’ das…

Am Flughafen, halb erfroren mit “Jehn´se weiter!!” herzlichst willkommen geheißen, ging´s auch schon direkt zum Familienbrunch…und die große Fresserei begann…Weihnachten eben.
Auch  alle Zweifel, die man so hatte, waren spätestens dann dahin als dieser langhaarige Trottel im AC/DC Pullover vor einem stand, der erste Witz gerissen war und alles wie früher war…so als ob man garnicht weggewesen wäre.
Es war das erste Weihnachten ohne dieses typische Vorgeplänkel…ein Weihnachten ohne “Last Christmas”, ohne Stress, dafür mit mehr Spaß… So wie man sich einen Urlaub um die Weihnachtszeit vorstellt.
Eine wahre Luxuswoche…mit Fleisch (Hackepeter !!), Käse, bezahlbarem Bier und heißen Wasser auf Knopfdruck.
Dem Lieblingsclub auch noch einen Besuch abgestattet…und sonst jeden Tag/Nacht im alt ehrwürdigen “Keller” verbracht, mit all den Leuten, die man, neben der Familie,  mal gern wiedersehen wollte. Der “Keller” ist erstmal gerettet.
Gut zu wissen, dass sich eigentlich nicht viel verändert hat, außer das mein großer, dicker Bruder wieder in der Lage ist mich in ProEvo zu besiegen…

Doch sonst gibt´s ja eigentlich nicht´s Schöneres  nach Hause zu kommen und zu wissen was man hat .. ;-)

Also, wem ich´s noch nicht gesagt habe… Danke für die tolle Woche daheim.
Mit diesem tollen Gefühl im Rücken kann man natürlich auch hier drüben wieder voll durchstarten :-) … natuerlich erst nach dem Mann, die Sicherheitskontrollen durchstanden hatte. Die waren in Schönefeld irgendwie unerwartet streng. Nach einem 10 min Gespräch, waren alle wichtigen Sachen geklärt. Zum Beispiel, dass ich mein Koffer alleine gepackt habe  und, dass ich keine arabischen Freunde habe. Doch die Dresdner Stolle schien verdächtig und so gab’s noch eine Visitation der Bundespolizei. Die Stolle  blieb aber unversehrt. Puhh…

Als ich im Flieger dann der einzige war der seine Dosis Humus ungeöffnet lies, wusste ich wieder Bescheid, dass es zurück geht…

Angekommen in Israel verabschiedete sich dann auch gleich der Bus, der mich normalerweise bis vor die Haustür fährt…(Motorschaden… oder wie nennt man das wenn´s hinten qualmt..?!). Doch es  war eigentlich klar, dass noch irgendetwas passiert, da ich vom Flughafen aus  seit ca. 45 min ohne Wartezeiten unterwegs war. Eigentlich ein Unding…
So ist man schnell wieder da angekommen, wo nicht immer alles nach Plan läuft und wo auch Pfandgut wegbringen zum Erlebnis werden kann.

Was gab’s noch? Achso… Neujahr.
Wenn einem der Dezember nicht wie der Dezember vorkommt ist es irgendwie auch schwer sich auf Sylvester “einzustellen”. Somit ging ich ohne große Erwartungen in den Abend. Ziel war DIE Strassenparty in Tel-Aviv. Auch wenn recht viele Leute da waren…ohne Raketen, Böller, Kälte war es natuerlich nicht wie gewohnt. Aber die Szenen waren die selben… mit wildfremden Leute lag man sich in den Armen. Und da es die Israelis mit der Zeit nicht so genau nehmen und es somit mehere Countdown´s gab, musste sich natürlich mehrmals umarmt werden. Auch schön…

Anschliessend gings noch auf eine Privatparty zu der wir nicht eingeladen waren. Aber unter den Bauzaun im Hinterhof passte der Matze dann doch noch durch und bekam ‘ne Portion gute Musik und Tanz. So wurde es dann noch feucht frohlich…wie es sich gehört.

Ich hoffe daheim wurde schön gefeiert.

In diesem Sinne.
Shana Tova. Ein frohes Neues Jahr.
Viel Spaß beim Schneemann bauen…Ich werd mich an einer Sandburg versuchen.

Der Matze.





“Haubentaucherwelpen”

17 11 2009

…Es gibt Dinge die ändern sich wohl nie, so auch nicht die Tatsache, dass ich ein Trottel bin…

… Mich wundernd, dass es die Uhrzeit „7 Uhr“ tatsächlich noch gibt, verließen wir heute früh am Morgen das Haus um uns gegen unsere drohende Illegalität zu stemmen und uns ein richtiges Visum zu beschaffen. (Vorheriges gewährte uns nur einen Aufenthalt von drei Monaten).
Dabei gestaltet sich so ein Behördengang nicht unweit anders als es wohl in der fernen Heimat der Fall ist. Ebenso schlecht gelaunte Beamtinnen, die nicht wirklich Lust auf Arbeit haben, schon gar nicht kurz vor ihrer Mittagspause oder kurz nach dem Frühstück…und dazwischen schon garnicht…
Nur die Hälfte der Volontäre hatte einen „Termin“. Konnte mir jedoch schnell egal sein, da ich recht früh bemerkte, dass ich meinen Pass vergessen hatte, was sich bei einer Ausstellung von Visa als eher suboptimal gestaltet. Hieß also – noch mal zurück, was ein ziemlich ätzendes Unterfangen war, welches mich auch den ganzen Vormittag beschäftigen sollte. Stichwort: Öffentlicher (israelischer) Nahverkehr, singende Schulklassen und die eigene Orientierungslosigkeit.
Gegen Mittag, bei Versuch Numero Zwei, fand ich mich dann vor der verschlossenen Tür des Amtes wieder und verschaffte mir mit der lächerlichen Lüge eintritt, dass ich schon erwartet werden würde. Nun ja, drei Minuten später war es dann soweit. Die nette und freundliche Beamtin schmiss mir meinen Pass auf den Tisch und verabschiedete sich liebevoll mit den Worten „Now give me the Money“. Mit einem nicht ernst gemeinten „Toda Raba“ beendete ich dann meinen ersten Behördengang in dem für mich gar nicht mehr fremden Land.

Mittlerweile bin ich hier mehr oder weniger heimisch geworden. So kennt man seine Umgebung, allen voran den Bolzplatz, den Gemüseladen um die Ecke, kennt seine Leute die einen umgeben, knüpft neue Kontakte, man kennt die Arbeit und ist wohl mittlerweile vollwertiger Guide geworden, der die Friends  kennt und mit diesen gut umzugehen weiß.

Die Arbeit macht nach wie vor Spaß. Immer wenn man denkt, jetzt hat man es begriffen, passieren doch immer wieder unverhofft Dinge, aus denen man lernen kann. Es sind Kleinigkeiten, wie Schränke, die nicht zugeschlossen sind, die bewirken können, dass man mal aus heiterem Himmel „angefallen“ wird. Schlicht wegen der Tatsache, dass ein Friend einen Schrank zugeschlossen gewusst haben möchte, obwohl niemand für diesen einen Schlüssel besitzt. Viele Friends verbringen viel Zeit damit zu schauen, ob Schränke und Türen auch wirklich auf oder zu geschlossen sind… ebenso wie sie es gewohnt sind. Es ist ein Teil der Routine, der alltäglichen Zeremonie. Wenn alles normal läuft kann man mittlerweile viele Bewegungsabläufe der Friends „voraussagen“. Man steht dann da und kommentiert still für sich die Aktion die vermutlich folgen wird: „Jetzt wird das Riesenbaby dir auf die Schulter fassen und wird fragen ob er niedlich ist (Ani chamuuuuud?“ „Jetzt wird er den Wäscheschrank wieder genau 20cm zurückschieben, dorthin wo ein anderer Friend ihn vor 30min ein ebenso ein Stück verrückt hat“, „Bevor er anfängt zu duschen wird er ins Wohnzimmer kommen, seinen Stuhl ranstellen … anschließend den Boden küssen, dann den Lichtschalter, anschließend das Duschbad, anschließend zwei Mal den Duschkopf. Dann wird er ein Schluck Wasser trinken und schlussendlich anfangen das Wasser aufzudrehen, bevor er sich genau in dem selben Muster waschen wird, wie er es wohl schon sein ganzen Leben lang pflegt hat zu tun“. Die Präzision mit der diese Dinge ausgeführt werden ist immer wieder erstaunlich zu beobachten.

Schlimm kann es dann werden, wenn eben von dieser Routine abgewichen werden muss…zum Beispiel, wenn die ganze Einrichtung über kein Wasser verfügt. So geschehen vor ein paar Tagen.
Es gibt wohl zwei Dinge, die den Tagesablauf eines jeden Friends einrahmt. Das Essen … und das Duschen. Letzteres ist ohne Wasser natürlich nicht zu bewerkstelligen. Da einer von mir auch mittags geduscht wird, war das schon ziemlich blöd. Mich die ganze Zeit mit dem Problem auseinandersetzend, was im Laufe des Tages ohne Wasser passieren könnte, kam ich dann, nachdem ich gehört hatte, dass wieder ein wenig Wasser kommt, auf die glorreiche Idee eben diesen zu duschen. Nun ja. Das Wasser kam nicht und schnell, wurde das Innere der Dusche zu einem kleinen Schlachtfeld. Zügig mussten Guides vom Nachbarhaus anrücken um den „Stinker“ zu beruhigen. Er konnte schlichtweg nicht verstehen, warum er, anders als vielleicht unzählige Tage vorher, nicht um diese Zeit geduscht werden kann.

Mittlerweile entspannt sich die Personallage auch wieder. Es gibt zwei neue Guide´s bei mir, so dass mir ein bisschen Verantwortung von den Schultern genommen wird, was mir mittlerweile auch mal wieder durchaus entgegen kommt.

Unter den neuen Guides ist auch ein professioneller Gitarrist, von dem ich mir hoffentlich mit der Zeit ein wenig abgucken kann, sodass mein Gitarrenspiel nicht vollständig einstaubt. Aufgrund seiner Gitarrenkünste sparte er sich den dreijährigen Dienst an der Waffe… das sollte hier was heißen, mal schauen…Vielleicht komm ich ja dann bald nach Hause, gründe eine Band, nenn´ sie „Kusumu“ und mache gute Musik :D

Das Leben abseits der Arbeit besteht zum größten Teil aus … Spaß. Durch seine mittlerweile ziemlich lieb gewonnen Mitbewohner fühlt man sich nie allein und man verzapft so den ein oder anderen Unsinn.
Es gibt tolle Tage an denen gut gefeiert wird. Eine Betriebsfeier sieht hier zum Beispiel so aus, dass man einen Club mietet, Freibier verabreicht und eine Queen-Cover-Band groß auftrumpfen lässt. Und naja, wer mich kennt weiß, bei Freibier und guter Musik lass ich mich natürlich nicht lumpen…

Fotoooos…

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Trinken mit Susi…super…!


Mit nem´ waschechten Kölner in der Wohnung muss man natürlich dementsprechende Feiertage, wie den 11.11 zumindest ein wenig fröhnen…Haben wir natürlich gern gemacht.
So sind wir morgens mit Brot & Bier nach Tel-Aviv in einen Park gefahren und haben bei Boot fahren und FlunkyBall spielen  ein wenig die Seele baumeln lassen …






Ab und zu neigte ich schon dau die Schulzeit als unfassbare Zeit des ausschließlichen Frohsinns zu verklären… aber zum Glück gibt’s den Ulpan, unseren Hebräisch-Sprachkurs, der einem schnell wieder eine differenzierte Sicht auf die Schulzeit verschafft. Alles erinnert irgendwie an den Russischunterrichte. Und bis auf den lieb gewonnenen Banknachbarn, der jetzt irgendwo in Erlangen das große Geld macht (Glückwunsch zum europäischen Mittelmaß) ist eben vieles ähnlich. Dieselben leeren Gesichter wenn man was nicht versteht, die Standpauke, wenn man mal wieder die Faule Sau zum Vorschein kommen lässt und die Freude und Erleichterung darüber, wenn die 2h endlich vorüber sind.

Oft werd ich auch gefragt, was man denn eigentlich so vermisst: Ehrlich gesagt vermiss ich aus der Heimat eigentlich nicht sooo viel. Man macht sich ab und zu sogar Vorwürfe, dass man den ein oder anderen gar nicht so vermisst, wie ursprünglich erwartet. Für mich gesprochen ist es ist wohl schlicht die Tatsache, dass es schwierig ist etwas zu vermissen, was man nicht ja verloren hat
Es sind eher banale Sachen, die ab und zu mal “fehlen”. Zum Beispiel das Gefühl Wochenende zu haben, wenn man Freitag nach Hause kam, das Essen ab und zu sicherlich, wenn mal wieder der fink´sche Sonntagsbraten fehlt oder auch der allsonntägliche Wettkampf auf den Dorfplätzen Brandenburgs…
Es macht auch mal Spaß aus der Ferne mit anzuschauen, was die Leute daheim so treiben, wohin es sie verschlägt, was Neues passiert … oder auch was beim Alten bleibt.

Nichts desto trotz freut ich mich natürlich rieeesig bald für ein paar Tage nach Hause zu kommen, vornehmlich die Eltern zu beglücken und dem großen, langhaarigen, der so aussieht wie man selbst, aber dicker ist, zu zeigen, dass man das Fußballspielen mit dem Controller nicht verlernt hat …

… Weiterhin wird es sicherlich lustig seinen alten Pappenheimern zu begegnen … stellt das Bier kalt … oder Glühwein heiß … hab gehört bei euch ist Winter.

So far.
All Quiet on the Eastern Front.

Der Matze.





“Fast wie von selbst”

26 10 2009

Wer hätte das gedacht. Man kann doch irgendwie krank werden in diesem Land. Aufgrund dessen hab ich heute frei, genieße die Ruhe und nutze diese um mal ein bisschen zu schreiben, was in den letzten Tagen so passiert ist.

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Früher brauchte man noch nen Rammbock, jetzt gibt´s ne Treppe. Super.

Neben der Tatsache, dass ich mittlerweile mal nen Club von Innen gesehen habe, dass ich mich mit der hübschen Reitlehrerin bekannt gemacht habe und  dass, ich auf unserem, mittlerweile heimischen, Bolzplatz “7 feet guy” oder wahlweise auch “Schweinsteiger” (!?) genannt werde, hat meine WG sich mal aufgerappelt und  zusammen die Hauptstadt des Landes – Jerusalem- erkundet …

… Zumindest soweit das überhaupt an einem Tag möglich war.
Wir haben uns ausschließlich die  “old city” vorgenommen, sprich der Stadtteil der seit nen paar tausend Jahren sein Dasein fristet.

Nach dreiviertelstündiger Suche durch das mit Baustellen durchzogene, “normale” Jerusalem, standen wir dann verpennt und hoffnungsvoll an den Toren der “Alten Stadt”.

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Gegen 10 Uhr Morgens stand also der kleine Matthias aus Königs Wusterhausen, der noch nie eine Bibel in der Hand gehalten hat, mit Pappkipa bewaffnet an der Klagemauer zu Jerusalem, nahm sich ein Beispiel an den anderen, schloß also die Augen, berührte mit beiden Händen die Mauer und fühlte….irgendwie… rein garnichts :D . Komischerweise hatte ich nicht ausgeschlossen, dass da irgendwas in mir passiert :D Ein bisschen Erfurcht hat man dann doch noch…
Meine Emotionen waren in dem Moment jedoch in etwa so kalt wie das Mauergestein selbst.

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Immer den Sonnenschirmen nach...

Ändert tat sich das als ich nach links neben mir schaute und zwei in betender Extase verfallende Juden sah. Dort begriff ich wieder schnell, welch eine Gewichtung dieser Ort hat. Ein Atheist, wie es bin, kann nicht erahnen, was in diesem Moment in einem solchen Menschen vorgeht.
Für die Unwissenden: Die Klagemauer ist das letzte Überbleibsel des zweiten Tempels, einem Nachfolger der allerersten Synagoge der Juden. Sie ist also nicht nur unglablich heilig, sondern auch Symbol für die Vetreibung der Juden und gleichzeitig für die Hoffnung und Erwartung, dass alles eine gute Wendung nimmt (Deshalb die Zettelchen).

Bei einem Blick nach Rechts jedoch wurde mir kotzübel. Für die Touris hat man unweit der Mauer Sonnenschirme hingestellt, damit sich diese beim Gaffen und Fotografieren nicht ihre bleiche Haut verbrennen. Man hat sich irgendwie gefühlt wie im Zoo. Hätte irgendwie nicht gedacht, dass an den heiligsten Stätten so viel Trubel ist.
Aber die Israelis freuen sich ja über die vielen Touristen…

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Wie ihr merkt begreif ich mich schon lang nicht mehr als Tourist, auch wenn ich an diesem Tag wohl defacto einer war.
So schaute ich mir die selben Sehenswürdigkeiten an, wie z.B  ein Rundgang auf dem Stadtmauern (vorbei an Höländischen Bibelgruppen :D ), ein paar Stationen der Via Dolorosa, also der Leidensweg Jesu. Am Ende des engen “Pfades”, an den unzähligen Verkaufsständen, mit den vielen Guns n´Moses T-Shirt´s,  vorbei, besichtigten wir dann noch die Grabeskirche. Doch war es auch kein ruhiger Ort um sich ganz des Reigiösen zu widmen. Das dichte Gedränge im Innern verdarb mir wiederum schnell den Spaß. Aber natürlich war es schön das mal gesehen zu haben. Wenn auch nur kurz.

Am Eingang wurde Jesus damals  gesalbt. Religiöse Menschen knieten an dieser Stelle und wischten mit Schaals o.ä. über dieser Stelle um ein Teil … was auch immer … mit zunehmen.
Weiter hinten in der Kirche, gibt es dann noch so eine Art Kammer, wo das Grab für den Guten hergerichtet wurde.

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Jesus, der Publikumsliebling

Nach diesen ersten, irgendwie stressigen und anstrengenden, Stunden fanden wir einen Ort der Stille. Nach dem wir nämlich  Christoph zum Bus gebracht hatten (dem gings nicht so gut), entschieden wir uns  das österreichische Hospitz zu suchen. Heute ist es ein Restaurent mit Dachtterasse und wunderschönem Ausblick über die Stadt.  Dies war eine Emphelung von einem älteren Herren mit dem wir uns vor kurzem eine Weile im Bus unterhalten hatten. Unter Palmen gab es dort Apfelstrudel, Käsespätzle (Kääääääääääse, yeahh :D ) und nach zwei Monaten mal wieder ein Kaffee, wo ich hinterher nicht bereut habe diesen getrunken zu haben.

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...

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Der Papa mit Familie. (stilecht mit Ösi-Fahne)

Dort verharrten wir wohl auch ein paar Stunden bis zum Sonnenuntergang. Die Athmosphäre war zu schön und das Bier zu kalt um da schnell wieder zu verschwinden. Wann hat man schonmal ein Stück Heimat unter Palmen.

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Die Vollidioten mit den Mützen. Vermutlich Deutschsprachig.

Nachdem die obligatorischen Fotos gemacht waren suchten wir dann, nach einem schönen Platz für den Sonnenuntergang. Der Lennart suchte vergebens eine Loklität, wo er vor 2 Jahren schon einmal war.

Bis dahin hatte man schon alles “Wichtige” gesehen, und konnte überhaupt endlich genießen, wie winzig die Gässchen, wie interessant all die Gerüche, wie verwirrend, lebendig und atmosphärisch die Stadt ist. Alles besteht aus weißen Steinblöcken und ist ziemlich hügelig. Obwohl in den breitesten Gassen vielleicht vier Leute nebeneinander gehen können, fährt man als Einheimischer halt mit nem Minitrecker herum. Oder führt seinen Esel spazieren. Fasziniert und abgelenkt von den Sinneseindrücken fanden wir uns auf einmal auf den Dächern der Stadt wieder: Man kann sich auf zwei Etagen verlaufen! Einige Dächer sind einfach zusammenzementiert, inklusive Straßenbeleuchtung und Sitzbanken. Für uns ein riesen Abenteuerspielplatz, von wo aus man einmal mehr das Treiben der Stadt bestaunen konnte.

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Es war schwer sich zu Recht zu finden, es ist nicht schwer sich in Jerusalem zu verlaufen. Sowas wie parallel angelegte Straßenzüge gibt es nicht. Viel mehr landet man oft in irgendwelchen Hinterhöfen und Sackgassen. Mir machte es aber weit mehr Spaß als über die überfüllten Touripfaden zu wandern. So gewinnt man doch ein besseren Eindruck von der Alten Stadt.

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Aber Jerusalem auf diese Art und Weise kennen zu lernen war auch jeden Fall ein guter Spaß. Der Schlusspunkt war dann die Falafel über Jerusalem, wo man nocheinmal ein Blick auf die Goldene Kuppel der Al-Aqusa Moschee werfen konnte, die man leider an diesem Tag nicht näher bestaunen durfte.

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… Abseits der Touristenpfade genießt man das alte Jerusalem in vollen Zügen. Oft findet man Ecken, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Man sagt, dass Jerusalem niemanden kalt lässt … und ich glaube dem kann ich beipflichten.
Auf Bildern ist es immer schwer den wahren Eindruck einer Stadt zu vermitteln. Ich sag´s ungern, aber man muss einfach mal da dewesen sein, um sich wirklich einen Eindruck zu verschaffen … die Stadt hat was …

So, jetzt muss ich mal weiter erholen. Mittwoch ist eine große Feier in Tel-Aviv, wo unter anderem unsere gesamtes Personal der Einrichtung eingeladen ist.
Ein Guide aus dem Nachtbarhaus fordert uns heraus. Er habe irisches Blut in sich…  Es gibt wohl “free drinks”…  puuh…

stay tuned.
der matze.





“We can work it out”

9 10 2009

… Bei einem Gespräch nach daheim (Gruß in die Goethestraße) hab ich festgestellt, wie sehr ich schon in der Arbeit mit den Friends vertieft bin und mich schon an so viele Dinge gewöhnt habe, dass ich Vieles garnicht mehr als erwähnenswert erachtet habe. Drum werd ich nun mal ein bisschen von Arbeit berichten und beginne bei den Tagen, die bisher für mich am ereignisreichsten und auch am lehrreichsten waren.

Es gibt Dinge die werden sich wohl nie ändern. Also war es nicht verwunderlich, dass ich am letzten Freitag mal wieder zu spät kam (zu spät heißt hier später als ca. 20 min zu spät zu kommen). Zum Glück nimmt das keiner hier wirklich krum. Schon auf dem Flur hörte ich schreie, die direkt aus meinem Haus kamen. Es war Ofer, der eigentlich nen ziemlich lieber ist. Jemand der jedoch den ganzen Tag irgendetwas vor sich her redet. Er wiederholt ständig, was er irgendwo aufgreift. So kam es auch schon vor, dass er wild über Politikbegriffe philosophierte, die er irgendwo im TV aufschnappte. Wenn er ausrastet schreit er und beißt sich anschließend selbst in den Arm oder auch ins Knie. Das Prozedere wird dann einigemale wiederholt, bis er zur Vernunft gebracht werden kann. An diesem Tag lies er sich nicht beruhigen und so sollte ich mit ihm ins Gym, dass er sich dort ein wenig austoben konnte. Gesagt getan. Auch auf dem Laufband biss er sich weiter. So stellte ich das Laufband so schnell ein, dass er sich beim Laufen festhalten musste :D … was besseres war mir nicht eingefallen. Gut zu reden ist mit meinem Hebräisch-Wortschatz nicht wirklich möglich. Jedoch hat es funktioniert. Er war gut ausgepowert. Vorerst…

Zurück im Haus hörte ich die nächsten Probleme. Sein Name: Aviat. Dieser ist der Schlüssel zu meinem Haus. Wenn man ihn unter Kontrolle bringt, hat man das Haus unter “Kontrolle”. Außerlich schaut, er wie viele Friends ganz niedlich und friedlich aus, wenn er zum Beispiel mit seinen CD´s spielt. So hat er eine Affinität zu runden Dingen. Das Problem ist nur: Bis ich mit diesem Friend reden kann bzw. er mich akzeptiert, kann das schonmal ein halbes Jahr dauern. Schon wenn er mich sieht, wird er mürrisch (klingt fast wie ein weinen). Er ist der Grund warum man unbedingt einen männlichen Guide brauchte. Wenn er richtig ausrastet, haben die anderen Friends und weiblichen Guides bei mir unglaubliche Angst. Aviat schlägt und tritt dann um sich und man brauch schonmal vier Leute um ihn unter Kontrolle zu bringen. (Bisher hab ich das zum Glück noch nicht selbt erleben müssen). Er ist der Grund warum man im allgemeinen sagt: “Dolev (mein Haus) can be the quitest and also the worst place to work”
Jedenfalls, eben dieser  drohte an jenem Tag auszuticken. Warum weiß ich nicht.

Viele Friends tendieren dazu ihre schlechten Tage am Shabatt zu haben, weil man dort nicht viel macht außer essen, rumliegen und essen … und essen und schlafen. Es wird ja nicht gearbeitet. Viele werden dann unruhig… so wohl auch er. Oft sind es aber kleine Dinge die Friends dazu bringen freizudrehen. Eine falsche Geste, ein falsches Wort, eine falsche Reaktion, ein neuer Umstand…oft weiß man es nicht.
Mit diesem Aviat und zwei anderen sollte ich nun in den Pool gehen. Wenn man den Aviat mit irgendwas beruhigen kann, dann mit Wasser. Er trinkt Wasser wie verrückt. Nach einem Beusch im Pool sieht er auch immer aus wie schwanger, weil er eben so viel trinkt. In wieweit das bei dem Chlorgehalt gesund ist, ist auch so eine Sache.

Nun, war ich mit einem Friend alleine, der mich offensichtlich nicht akzeptiert. (Wir waren an dem Tag nur zwei Guides, drum hatte ich keine Wahl, mit den Friends viel zeit alleine zu verbringen). Ein sehr mulmiges Gefühl. An dem Tag waren nicht nur unsere Friends im Pool auch andere aus den anderen Häusern. Das schlimmste was passieren kann, wenn man im Pool ist, ist das jemand reinscheißen könnte. Natürlich ist genau das auch passiert. Mit dem eigenen Ekel kämpfend, versuchte ich nun die Friends dazu bewegen aus dem Pool zu gehen und sinnbildlich aus der Scheiße zu holen. Aviat verstand die Situation überhaupt nicht. Geplant war dass ich 1,5 h mit ihm im Pool verharre, so dass er ein wenig runterkommt. Nach 10 min musste er nun raus und verstand nicht warum. Da mein Handy auch nicht ging, beschloß ich allein mit den drei Friends zurück zm Haus zu gehen. Aviat war kurz davor auf irgendwen loszugehen, so trat er unteranderem nach Granit. Anstatt dies zu tun, rannte er mir schreiend davon … und ich mit der Situation vollkommen überfordert, konnte ja die anderen beiden auch nicht einfach zurücklassen. Dennoch bin ich hinter Aviat hitnerher, hab ihn aber nicht gefunden. Drum berichtet ich dies meiner Housemangerin, die ihn dann auf dem Klo gefunden hat, während dieser dort Wasser trank.

Wieder im Haus angekommen begann Ofer auf einer weiteres sich zu beißen. Ich. völlig genervt, sollte  mit ihm nochmals ins Gym. Diesmal stellte ich fälschlicherweise irgendein “Intervalltraining” ein. Nach etwa 2 min laufen, hörte ich es hinter mir plötzlich keuchen und Geräusche schnelleren Schrittes. Es war natürlich Ofer, der drohte hinten vom Laufband runterzufallen. Nochmal Gkück gehabt… :D

Doch da sich wohl auf meine trotteligkes Verhalten nie ändern wird, hatte ich auch damit Probleme, anschließend dass Abendessen mit dem Fahrtuhl mit nach oben zu nehmen. So stand ich 2 min im Fahrstuhl und drückte wild knöpfe und nichts passierte. Kein Stück bewegt, öffnete sich die Tür und 3 Guides standen vor mir und lachten mich liebevoll aus  :D … doch zeigten sie mir auch wie ein Fahrstuhl funktioniert. Wieder was für´s Leben gelernt (öhhm) …
Nach dem Duschen und Abendessen ist selnst an ereignisreichen Tagen immer Zeit sich ein wenig mit den Guides auszutauschen und gemeinsam ein Film oder ähnliches zu schauen. Viel Auswahl hatte ich ja an diesem Tag nicht, drum unterhielt ich mich zum ersten mal intensiv mit meiner Housemanagerin Adi.

In den News kam gerade die Videobotschaft von dem gekidnaptten Soldaten, der seit vier Jahren von dem Hamas festgehalten wird. Sie hatte Tränen in den Augen und da wurde mir auch zum ersten mal bewusst, wie ich bei dem Konflikt die emotionale Komponente vollkommen unterschätzt habe. Sie erzählte mir von ihrer Jugend in Jerusalem, die von ständiger Angst geprägt war. Mehrmals sei sie einem Anschlag entkommen, weil sie schlicht den Bus o.ä. verpasst hatte. Sie kritisierte, die voreingenommene Berichtersattung im letzten Gazakrieg von ausländischen Medien. Man fühlt sich missverstanden und als Agressor abgestempelt. Auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit ihr war, hörte ich größtenteils einfach zu, wieder der Israelis so denkt, hatte ich in diesem Moment nicht wirklich Lust auf eine Diskusion.

Der nächste Tag ließ nicht lange auf sich warten. Am morgen ging es mit einem von Arbeit gesponsorten Sherut zur Arbeit. Am Kfar angekommen bekam ich ein Deja-Vu. Wieder hörte ich schreie und ich dachte mir ..” och nö (haste jetzt eigentlich kein Bock drauf”).
Diesmal war es Aviat. Als er mich zu Gesicht bekam, schrie er. Drum überlies ich die Arbeit vorerst den anderen und begann Doron zu duschen- einen lustigen, wie auch unglaublich faulen Typ, wie ich, der gern mal seine Mitbewohner verarscht. Mein Lieblings im Haus.

Doch musste ich alsbald das Duschen unterbrechen als ich Mädchengeheul war nahm, es war Granit die von Aviat gechlagen wurde. Heldenhaft, wie ich sein wollte, sprintete ich los …  und rutschte auf dem nassen Boden aus. Als ich im Wohnzimmer ankam waren schon die Guides vom Nachbarhaus da. Die Situation schien unter Kontrolle. Ich wandte mich wieder dem Duschen zu. Als ich damit fertig war, kam meine Housemanagerin im Wohnzimmer (es glich einem Schlachtfeld)  auf mich zu und fragte mich leicht verstört, wo ich denn gewesen sei… Wie ich hörte attackerte Aviat in meiner Abwesenheit auch sie. Doch ich bekam es auf Grund des Duschens und der geschlossenen Tür garnicht mit. Ab sofort sollte ich nicht mehr von ihrer Seite weichen.

Um Aviat abermals zu beruhigen ging es wieder in den Pool. Und wieder durfte ich alleine mit ihm und zwei anderen gehen. Noch unwohler als am Vortag wurde mir als abermals jemand in den Pool schiss. Während ich mich mit Galgenhumor, alla “shit happens” über Wasser hielt, tauchte Aviat genüßlich unter … und ging anschließend gelassen und strahlend vor Freude aus dem Pool. Das soll mal einer verstehen… Mir war´s egal und meine Laune besserte sich, bis ich mitbekam, dass mein Handy ebenfalls mit im Pool war und naja… Es konnte nicht schwimmen :-(

Der Rest der Frühschicht verlief weitestgehend ruhig. Im TV kam TropicThunder … yippie. Vom tollen Film und meiner hübschen Arbeitskollegin, die von ihrem Berlin-Trip erzählte, abelenkt, stand dann plötzlich Avi mit einer handvoll Scheiße vor mir. Bei ihm muss man aufpassen, wenn er sein Geschäft vorübt. Im schlimmsten Fall, jedoch leider nicht selten, hält er ich gern mal seine Hand ins Klo, während er grad dabei ist. Nachdem innerhalb von 2 min wohl 192 mal das Wort “digusting” fiel nahm sich ein anderer Guide der Sache an… und ich war zum Glück fein raus. Nochmal Glück gehabt. Zur Erklärung: Avi mag herbe Gerüche…jeder Art.

Es ist erstaunlich wie schnell man ich an nackte Menschen, ekelhafte Gerüche sowie Exkremänte und co. gewöhnen kann. Es ist für mich nicht mehr ungewöhnlich einem 50 Jährigen Mann zu duschen und bei ner “großen Sitzung”  zuzuschauen bzw. aufzupassen und genauso ist nichts mehr dabei mit eben solchen zu “kuscheln” oder Späße zu treiben. Man denkt nicht daran, dass man erwachsene Menschen vor sich hat. Eher kümmert man sich um sie als, seien es kleine Kinder, teilweise Verhalten sie sich auch so und schauen zudem auch noch so aus… Es macht Spaß, zu ersten mal in meinem Leben bin ich wohl eine Person, die sowas wie Verantwortung hat…
Es ist eine spannende Arbeit und ich bin froh sie zu machen. Auch lässt einem die Arbeit nach der Schicht auch nicht mehr los. Es prallen zu viele neue Eindrücke auf einen ein, als das man darüber müde wird zu reden. Auch beim Essen werden gern mal solche Stories wie eben “aufgetischt”.

Soooooooooooooo.
Viel Text, viel Scheiße, keine Bilder :D
Vermittelt vielleicht trotzdem einen Eindruck von dem was wir dort machen und wie so 1-2 Tage grob verlaufen können. Wird sicherlich nicht das letzte mal sein, dass ich davon berichten werde.

Leider ist mir nicht gelungen, dass kürzer zu fassen, bzw. hab ich sogar versucht. Ihr bekommt also nach erfolgreichem Lesen nen grünen Stempel in euer Heft. ;-)

es grüßt.
… der nicht mit dem Friedensnobelpreis bedachte Matze.








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